Falscher Ort zum Sparen! – Kürzungen bei Kinder- und Jugendhilfe
3. Juli 2012 von Jan · 3 Kommentare
Der Hamburger Senat hat beschlossen, im Rahmen der auferlegten Sparprogramme, in diesem Jahr rund 4,5 Millionen weniger in die Jugendhilfe zu investieren. Die Gelder die den Bezirken und damit den Jugendhilfeeinrichtungen zur Verfügung stehen, werden damit nicht mehr reichen, um alle Einrichtungen weiter in vollem Umfang betreiben zu können. Schließungen oder kürzere Öffnungszeiten sind dann die Folge. Begründung liegt in der neuen Ganztagesbetreuung durch die Schulen und Stadtteilschulen.
Die Verteilung der vom Senat auf die sieben Hamburger Bezirke ausgezahlten Gelder übernimmt jeweils der Jugendhilfeausschuss des Bezirkes. Die CDU schlägt nun vor, dass die Ausschüsse die Verteilung verweigern und damit den Senat zwingen dies selbst zu entscheiden, wenn er denn schon so eine Kürzung beschließt. Ob das wirklich alles rechtlich so geht, wie sich das die CDU vorstellt, lasse ich an dieser Stelle mal so stehen.
Macht diese Idee Sinn?
Grundsätzlich ist das ein gangbarer Weg, ohne Frage. Nur darf man an dieser Stelle nicht vergessen, dass die Hamburger Bezirke mehr Verantwortung und Entscheidungskompetenz fordern. Wenn man nun bei jeder unattraktiven Entscheidung wieder den Senat anruft und sich aus der Verantwortung stiehlt, ist das ein wenig zu kurz gesprungen. Wir haben das in der Fraktion und Partei noch nicht ausdiskutiert, aber meine persönliche Meinung geht weg von dem CDU Vorschlag.
Folgen der Kürzung
Meine Aussage in der Bergedorfer Zeitung will ich hier mal etwas ergänzen. Denn dazu muss man wissen, das in Hamburg jetzt die Schulen einen Teil der Kinderbetreuung vor und nach der Schule übernehmen werden. Hintergrund ist die Ganztagsschule – ohne das nun zu sehr auszuweiten. Die Schulen leiden zudem derzeit noch immer an der nicht abgeschlossenen Umsetzung der in Hamburg beschlossenen Schulreform. Und jetzt werden sie mit dem nächsten Brocken, der Betreuung der Kinder vor und nach der Schule belastet.
Viele Schulen haben weder das Personal, noch die Räume noch die Möglichkeit den Kindern ein Mittagessen zu bieten. Alles vielfach ungelöst. Wenn die Schule es denn nicht gelöst bekommt, dann sucht sie sich einen Träger in der Nähe der Schule, die Kinder gehen also 300 Meter weiter in diese Einrichtung, die ggf. grade erst aufgrund der Kürzungen geschlossen wurde, und der Senat bezahlt. Das meine ich mit umschichten.
Schulen die eine Lösung haben, brauchen aber auch Personal, Mittagessen und Räume. Was ist das für eine Freizeit, wenn das Kind auch nach Schulschluss weiter Stundenlang im Klassenraum bleiben muss? Und Geld kosten wird das auch.
Für mich ist das was der Senat da vorhat, vollkommen undurchdacht und unprofessionell. Und mit dem Druck noch schnell vor der nächsten Wahl Fakten zu schaffen, koste es was wolle – in diesem Fall zu Lasten der Kinder.
Mein Vorschlag
Das es bei einer Ganztagesbetreuung in den Schulen in den Jugendeinrichtungen bzw. eingeschränkte Betreuungszeiten (Nur Wochenende) geben wird, ist sicher jedem klar. Aber zuerst muss sich das mit den Ganztagsschulen und der Umsetzung der Schulreform mal setzen und die Schulen müssen wieder zur Ruhe kommen. Dann genau prüfen und nicht nur streichen, sondern mit Sinn und Verstand und neuen Kozepten an die Sache rangehen. Alles auf einmal zu starten ist unverantwortlich und schadet den Kindern. Falscher Ort zum sparen!


Konstruktive Kritik äußert sich nicht zuletzt daran, dass sie Alternativen aufweist.
Wo soll (falls gespart werden soll) gespart werden im Etat der Stadt Hamburg?
Welche Position diesbezüglich vertreten die Piraten?
Mit freundlichen Grüßen
ein interessierter Bergedorfer
Hallo,
bitte nicht mit falscher Mail eintragen oder falschem Namen. Danke. @nomail.de ist wenig hilfreich und … naja.
Alternativen gibt es beispielweise darin, dass man bei öffentlichen Bauaufträgen mal vorher plant und so die Kosten im Rahmen hält (Elbphilharmonie, Bau Bergedorfer Zob und Vorplatz Bahnhof) sind da beste Negativbeispiele.
Nochmal: wenn wir sparen, dann bitte nicht bei der Ausbildung und Betreuung der Kinder. Das wird nicht funktionieren und sich langfristig sehr negativ auswirken.
Oder was wir ja grade hier in Bergedorf erreichen konnten: die Neugestaltung des Lohbrügger Marktes findet vorerst aus Kostengründen nicht statt.
Wenn Sie mögen, unsere Wirtschafts AG tagt regelmäßig in Hamburg. Kommen Sie dazu und bringen ihre Ideen und Meinungen ein. Schicken Sie mir gerne eine E-Mail oder schauen sie auf den Mailinglisten nach.
Gruß
Jan Penz
Der Hamburger (SPD-) Senat hat gerade mal 7,5 Millionen Euro einem religiösen Verein “gespendet”, nämlich für den evangelischen Kirschentag 2013, obwohl nicht mal 30% der Hamburger diesem Verein angehören!
Diese Gelder fehlen der Bildung!
Was ist aus der SPD geworden?!