Antragstext:“Gedenkstein für ehemalige Bergedorfer Zwangsarbeiter (XIX/0226)

25. Februar 2012 von · Kommentar schreiben 

Ich veröffentliche diesen Antragstext hier, da dies durch mehrere Artikel in der Bergedorfer Zeitung, Diskussionen dort und einer aktuellen Stunde in der Bezirksversammlung vom 23.02.2012 Thema war. Zwar kann man derzeit noch im “Open Plenum” Anträge (und auch diesen) finden, dies ist aber sehr mühsam.

(Antrag Interfraktionell – geänderte Fassung)

Sachverhalt:

Die historische Forschung geht davon aus, dass von 1939 bis 1945 in Hamburg rund 500.000 Menschen als Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter eingesetzt wurden. In Bergedorf waren es Schätzungen zufolge mehrere Tausend. Darüber hinaus wurden im KZ Neuengamme KZ Häftlinge in Arbeitskommandos in Bergedorf eingesetzt. Dies geschah unter schlimmsten Bedingungen, bei denen der Tod der Betroffenen einkalkuliert wurde. Viele überlebten nicht. Als sich immer mehr Betriebe auf die Produktion von Rüstungsgütern umstellen mussten, gab es in fast jedem Bergedorfer Unternehmen Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter.

Im Gedenken an die Opfer der Zwangsarbeit in Bergedorf und als sichtbares Zeichen, das geschehene Unrecht nicht vergessen zu wollen, sollte der Bezirk einen Gedenkstein für die ehemaligen Bergedorfer Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter aufstellen. Als prominenter Ort böte sich der Kampdeich zwischen Bergedorfer Straße und Stuhlrohrstraße an, hatten doch auch die Bergedorfer Stuhlrohrfabriken Zwangsarbeitskräfte beschäftigt. Um auch die Bergedorfer Jugend für das Thema zu sensibilisieren, sollen die Bergedorfer Schulen nach Möglichkeit in die Gestaltung des Gedenksteins eingebunden werden. Der Stein soll im Zuge der „Woche des Gedenkens“ vom 14. bis 29. April 2012 aufgestellt werden.

Wir beantragen daher, die Bezirksversammlung möge beschließen:

Beschlussvorschlag:

1. Die Bezirksversammlung spricht sich für die Aufstellung eines Gedenksteins für die ehemaligen Bergedorfer Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter aus.

2. Das Bezirksamt wird aufgefordert,

a) einen geeigneten Standort für die Aufstellung eines Gedenksteins zu suchen,
b) Möglichkeiten zur Finanzierung eines solchen Gedenksteins zu finden,
c) Schulen im Bezirk anzusprechen, bis zu den Weihnachtsferien Entwürfe für die
Gestaltung des Gedenksteins einzureichen und
d) Angebote für die Umsetzung des Entwurfs einzuholen.

3. Das Bezirksamt stellt die Ergebnisse seiner Bemühungen regelmäßig im Fachausschuss für Sport, Kultur und Schule vor, der dann über die notwendigen weiteren Schritte berät.

Anlage/n:
ohne Anlagen

Anmerkung: Der Text geänderte Fassung bezieht sich auf die im PDF aufgeführten Fraktionen. Auf dem ersten Antrag fehlten die CDU wie auch die FDP/Piraten)

Anlage: Vorlage_XIX_226 im Original als PDF zum Download

Links:

Bergedorfer Zeitung:

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